Geschichte der Feuerwehr      
Geschichte der Feuerwehr
 
1.) Die Frage, seit wann gibt es die Feuerwehr?   
lässt sich nicht so leicht beantworten. Im Jahr 21 v. Chr. wurde eine erste Feuerwehr mit 600 Sklaven gegründet. Zur Zeit des Kaisers Augustus folgte dann ein Feuerlösch-Corps, das aus 7 Kohorten zu je 420 bis 600 Mann bestand.

Das Feuer war schon immer ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Lebens. Aber der Mensch brauchte sehr lange, bis er es zu nutzen verstand. Der Mensch musste immer darauf achten, dass er das Feuer im Herd hütete und es keinen Schaden anrichten konnte.

"Wohltätig ist des Feuers Macht, wenn sie der Mensch bezähmt bewacht.
Doch wehe wenn die Himmelsmacht den Fesseln sich entrafft."


Die Feuerwehr ist daher aus dem Bedürfnis der Menschen entstanden, Schäden die durch Feuer entstehen zu vermindern bzw. zu verhindern.
 
2.) Typische Darstellung des hl. Florian.   
Florian (* in Cannabiaca, dem heutigen Zeiselmauer bei Tulln; † 4. Mai 304 in Lauriacum, dem heutigen Lorch in Oberösterreich) war ein römischer Beamter, der zum christlichen Glauben übertrat und den Märtyrertod starb.

Da Florian sich unter anderem weigerte, den römischen Göttern zu opfern, wurde er zunächst vom Dienst suspendiert und mit Ehr- und Pensionsverlust in die Verbannung ins heutige St. Pölten geschickt.

Als einer Gruppe Christen in Lauriacum, dem heutigen Lorch, der Prozess gemacht werden sollte, war Florian trotz Verbannung angereist, um ihnen zu Hilfe zu kommen. Er wurde jedoch auf den Befehl des römischen Statthalters Aquilinus verhaftet und zusammen mit seinen Glaubensgenossen zum Tode verurteilt.

Das Urteil wurde am 4. Mai 304 vollstreckt. Florian wurden, so heißt es in Schriften, mit geschärften Eisen die Schulterblätter zerschlagen, anschließend sei der Sterbende mit einem Mühlstein um den Hals in der Enns ertränkt worden.

Der Sage nach wurde seine Leiche später von Anhängern geborgen und mit einem Ochsenkarren abtransportiert. An der Stelle, an der das Zugtier stehen blieb, wurde Florian begraben. Über seinem Grab entstand später das heutige Stift Sankt Florian.

Nur acht Jahre nach der Hinrichtung wurde unter Kaiser Konstantin die volle Glaubensfreiheit zugesichert.
 
3.) Schon im Mittelalter waren die Gemeinden verpflichtet,   
den Brandschutz aufzubauen. So wurden zuerst die Innungen und Zünfte dazu verpflichtet im Notfall einzugreifen. Eine der ältesten bekannten Feuerordnungen wurde 1086 in Meran aufgestellt, worin die Handwerker die Aufgaben wahrzunehmen hatten.

Trotzdem kamen Großbrände, bei denen ganze Stadtviertel abbrannten, sehr oft vor. So brannte zum Beispiel Lübeck allein im 12. Jahrhundert mehrmals ab.

Straßburg brannte im 14. Jahrhundert achtmal nieder. Neben Feuern aus Unachtsamkeit und Brandschatzungen in Kriegen kam es häufig zu Brandstiftungen durch Banden von Mordbrennern.

Erst ab dem Ende 14. Jahrhundert brannte es weniger, da ab diesem Zeitpunkt solider gebaut wurde und Stein vermehrt das Holz als Baumaterial ersetzte.
 
4.) Im 13. und 14. Jahrhundert griffen die ersten   
Feuerlöschverordnungen. Diese enthielten zum Beispiel, dass abends ab einer bestimmten Zeit alle Feuer ausgemacht werden mussten. Dies wurde vom Nachtwächter kontrolliert. So wurde unter anderem geregelt, dass Wein- und Wasserträger bei Feuer sofort mit ihren Eimern Wasser zur Brandstelle bringen mussten. Es wurden Nachtwachen eingerichtet, die Feuer in der Stadt zu melden hatten.

In den Kirchentürmen wurden Türmerstuben eingerichtet. So gab es bereits im Wiener Stephansdom seit 1444 einen von der Stadt bezahlten Türmer, der mit der Glocke einen Feueralarm geben konnte. Tagsüber musste er eine oder mehrere rote Fahnen schwingen in der jeweiligen Richtung, wo die Brände waren, in der Nacht schwenkte er Laternen. Diese Feuerwache gab es im Stephansdom bis 1955.

Vermehrt wurden Wasserschöpfstellen durch Pumpwerke ständig mit Wasser versorgt und es entstanden nach und nach Wasserwerke.
Auch Löschteiche entstanden in den Orten, von denen es heute noch erhaltene gibt, wenn sie auch nicht mehr die Bedeutung haben.

Als Ausrüstung standen nur Ledereimer, Wasserfässer, Feuerhaken und Dachkrücken zur Verfügung. Ab dem 14. Jahrhundert gab es einfache Spritzen, die zunächst mit Eimern gespeist wurden.
 
5.) Vermutlich als Konsequenz der 1624 erlittenen Brandkatastrophe   
Auch die Vorgeschichte der Feuerwehr Bremen reicht sehr weit zurück. Es ist überliefert, dass Bremen in den Jahren 913, 1528, 1624 und 1739 durch Feuer in besonders starkem Maße zerstört wurde.

Vermutlich als Konsequenz der 1624 erlittenen Brandkatastrophe erhielt Bremen die erste gedruckte " Bremische-Feuer-Ordnung".

Packhausbrände waren in der Hansestadt schon immer eine Plage gewesen, und als im Jahre 1869 sechs Packhäuser und 39 Wohnungen abbrannten, schlug die " Deputation für die Löschanstalten" im Mai des selben Jahres die Errichtung einer " Berufsfeuerwehr" vor.
Gleichzeitig sprach sich die Deputation für die Errichtung eines elektrischen Feuermeldesystems und den Bau einer Wasserleitung aus. Zu beiden Projekten gab der Senat am 25. Juni 1869 dann seine Zustimmung.
 
6.) Die ersten Feuerwehrschläuche wurden bereits   
im antiken Griechenland unter Alexander dem Großen verwendet. Sie gerieten allerdings später wieder in Vergessenheit. Erst unter dem holländischen Brandmeister Jan van der Heyde fand ab 1673 der Feuerwehr-Lederschlauch seine weite Verbreitung.

1862 wurden in Wien zum ersten Mal aus Hanf gefertigte Feuerwehr-Hanfschläuche eingesetzt, die aber erst 100 Jahre später zuverlässig im Feuerwehrdienst genutzt werden konnten, nachdem sie mit einer Gummi-Einlage versehen wurden.

Da die Erhaltungskosten, welche die Pflege der Lederschläuche erfordert hatte, wegfielen (diese mussten nach jedem Gebrauch mit Fett eingerieben werden, um sie geschmeidig zu halten), wurden die Lederschläuche schon bald von den auch in der Anschaffung wesentlich günstigeren Hanfschläuchen verdrängt.


Ein Feuerwehrschlauch ist ein essentieller Ausrüstungsgegenstand der Feuerwehr und hat die Aufgabe, das Löschmittel Wasser oder Wasser/Schaum-Gemische über Wegstrecken zu fördern. Die Schläuche lassen sich grob in zwei Typen unterscheiden: Schläuche, durch die eine Flüssigkeit gesaugt werden kann (Saugschläuche) und Schläuche, die unter Druck Wasser weiterleiten (Druckschläuche).
 
7.) Es gibt mehrere Feuerwehren in Deutschland,   
die für sich beanspruchen, Deutschlands "älteste freiwillige Feuerwehr" zu sein.

Eine davon ist sicherlich die Feuerwehr der Stadt Saarlouis. Sie wurde 1811 von den damaligen Besitzern der Stadt, den Franzosen gegründet.

Im Jahre 1811, kurz nach einem in dem Nachbardorf Fraulautern ausgebrochenen großen Brande, wurde auf Beschluss des Magistrats der Stadt Saarlouis die bestehende Feuerlöscher-Kompanie unter Genehmigung des Präfekten von Metz Vaublanc durch den Oberbürgermeister Renauld neu organisiert.
 
8.) 1842 Feuersbrunst in Hamburg   

1842 wütete eine Feuersbrunst vier Tage lang in Hamburg.
1700 Häuser werden zerstört, ca. 50 Tote, 20.000 Obdachlose.
Ein Drittel der Hamburger Innenstadt wurde zerstört.
 
9.) Feuer hatte immer schon eine gewisse Faszination.   
Doch wenn es außer Kontrolle geriet, wurde es sehr schnell sehr gefährlich. Denn während die Menschen der Vorzeit ihre Behausungen noch mit viel Abstand errichteten, wuchs die Feuergefahr mit zunehmender Verstädterung ganz enorm.

Die Häuser standen dicht beisammen und waren ganz oder teilweise aus leicht brennbarem Material erbaut. Brach ein Feuer aus, waren oft ganze Stadtteile gefährdet.

Dann musste jeder mit anpacken. Handarbeit war gefragt, denn bis ins 18. Jahrhundert bestand die wichtigste Brandabwehr aus Wassereimern, die von Hand zu Hand gereicht wurden. Doch trotz der vielen freiwilligen Helfer kam es nicht selten zur Katastrophe und brannten ganze Städte nieder.
 
10.) Die erste Berufsfeuerwehr Deutschlands wurde   
1851 in Berlin gegründet. In den folgenden Jahren entstanden auch die Freiwilligen Feuerwehren und erlebten einen regelrechten Boom.

Die Löschwagen wurden Anfangs noch von Pferde gezogen, und selbst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden noch Handpumpen verwendet, die man als Feuerspritzen bezeichnete.
 
11.) Ende des 19. Jahrhunderts wurden noch Handpumpen   
so genannte Feuerspritzen verwendet, die von Pferden an die Einsatzstelle gezogen wurden.

Die Handpumpen wurden später durch Pumpen ersetzt, die mit einer Dampfmaschine betrieben wurden, so genannte Dampfspritzenwagen.
 
12.) In Österreich wurde 1938, als Hitler einmarschierte,   
die Berufsfeuerwehr in Feuerschutzpolizei und die Freiwillige Feuerwehr in Feuerschutzpolizeihelfer umbenannt. Von diesem Zeitpunkt an war die Feuerwehr teil der Polizei. Daher wurden alle Fahrzeuge in den ersten Jahren in Polizeigrün lackiert.

Ebenfalls wurde die Bezeichnung " Feuerschutzpolizei" bzw." Feuerschutzpolizeihelfer" auf den Fahrzeugen über dem Staatsadler, der wie bei der Polizei mit den Kopf nach rechts schaute, angebracht.
 
13.) Nach Beginn der Motorisierung wurden die Pumpen   
mit Benzinmotoren betrieben, die auf adaptierte LKW geladen wurden. So entstanden die ersten Feuerwehrfahrzeuge. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auch viele ausgediente Militärfahrzeuge auf Feuerwehrfahrzeuge umgebaut und versahen noch lange ihren Dienst.

In den USA wurden erst Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten, privatwirtschaftlich organisierten, Berufsfeuerwehren gegründet. Teilweise wurden nur Häuser, die die Plakette einer solchen Firma trugen, gelöscht. In New York dagegen gab es starke Konkurrenz um Versicherungsprämien. So genannte runners versuchten, bei einem Brand den nächstgelegenen Hydranten für ihre Firma in Beschlag zu nehmen, was oft zu Schlägereien führte.
 
14.) Gegen 1940 war jedoch das Geld/Material knapp,   
dass als erstes der Staatsadler, danach die Farbe eingespart wurde. Um 1942 war selbst das Material der Fahrzeuge zu teuer, sodass man Pressspanplatten sowie Hartkarton für die Aufbauten verwendete. Zu diesem Zeitpunkt waren ebenfalls der Großteil der Fahrzeuge in jeder möglichen Farbe nur noch grundiert.

Ein weiteres Problem der Feuerschutzpolizei war, dass keine Mannschaft vorhanden war, da die Männer an der Front kämpfen mussten. Obwohl Frauen nicht zur Feuerschutzpolizei durften, waren so genannte Feuerwehrhelferinnen bei den Feuerwehren. Viele von ihnen kamen vom BDM (Bund Deutscher Mädchen). Die Schlagkraft der Feuerwehren war trotzdem recht schwach, da vor allem die Ausrüstung fehlte.
 
15.) Das Florian-Prinzip   
Nach ihm ist auch das St.-Florian-Prinzip oder Floriani-Prinzip benannt, das allerdings nichts mit seiner frommen Lebensweise zu tun hat.

Es resultiert aus einer (mehr oder weniger absichtlich missverstandenen) Anrufung als Schutzpatron, Florian möge von einem ein Übel abwenden und dieses (unabwendbare) Übel doch bitte lieber zu einem anderen Mitmenschen oder an eine andere Stelle lenken.

Daher rührt auch das volkstümliche Zitat: „O heiliger St. Florian, verschon mein Haus, zünd andre an.“
 
16.) "Überholen Sie ruhig, wir schneiden Sie raus!"   

Schon dieser Slogan zeigt, dass Feuerwehrleute mehr können als nur Feuer löschen. Während sie noch vor 160 Jahren ausschließlich zur Barndbekämpfung ausrückte, hat sich die Feuerwehr in den letzten Jahrzehnten sich immer stärker zu einer hochtechnisierten Hilfsorganisation, zum Lebensretter und Katastrophenhelfer entwickelt.
 
17.) Heute sind die hochspezialisierten Katastrophenhelfer   

" Mädchen für alles", wenn es darum geht zu retten, löschen, bergen und zu schützen - ob im Einsatz bei Gasexplosionen, im Kampf gegen das alljährliche Hochwasser oder bei Verkehrsunfällen. Brände machen heute nur noch 20 bis 30 Prozent ihrer unzähligen Einsätze aus.
 
18.) Feuerkatastrophen in Deutschland   
1656, Aachen brennt fast vollständig nieder und wird in der Folge als Badekurort wieder aufgebaut
1709, Beim zweiten großen Stadtbrand in der Bautzener Geschichte wird die Stadt zum großen Teil zerstört.
1787, Ein Großbrand vernichtet die Stadt Neuruppin
1842, Eine Feuersbrunst in Hamburg wütet vier Tage lang. 1700 Häuser werden zerstört, ca. 50 Tote, 20.000 Obdachlose. Ein Drittel der Hamburger Innenstadt wird zerstört.
1865, Großer Brand in Oberstdorf: Eine Feuersbrunst vernichtet am 5. und am 6. Mai zwei Drittel der Gebäude des Ortes
1869, Die Dresdner Semper-Oper wird bei einem verheerenden Brand vernichtet
1943, In Hamburg lösen die bis dahin schwersten Luftangriffe der Geschichte einen verheerenden Feuersturm aus
1947, Berlin-Spandau, Deutschland. Brandkatastrophe auf einem Maskenball. Über 100 Tote.
1993, Bei einem Brandanschlag auf ein Wohnhaus im nordrhein-westfälischen Solingen kommen fünf türkische Mädchen und Frauen ums Leben
1996, Schweißarbeiten gerät das Abfertigungsgebäude des Düsseldorfer Flughafens in Brand, was zum Tod von 17 Menschen führt
2005, Berlin, Deutschland. Bei einem Brand in einem überwiegend von Ausländern bewohnten Mehrfamilienhaus im Stadtteil Moabit kommen acht Menschen ums Leben. In Anbetracht der hohen Opferzahl sieht die Feuerwehr die Ereignisse in der Ufnaustraße 8 als zweitschwerste Brandkatastrophe in Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg an.
 
 
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http://www.dierker-brandschutz.de | Bremen, 09.09.2010 14:41