 | | Geschichte des Feuerlöschers |  |
Eine unvollkommene Betrachtung bzw. Historie oder die Geschichte der Handfeuerlöscher
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| Seit wann gibt es überhaupt Feuerlöscher |  |
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| | Ein Feuerlöscher ist irgendwie jedem bekannt und ihn zu bedienen ist auch nicht sonderlich schwer. Aber wie lange gibt es überhaupt Feuerlöscher, oder besser seit wann gibt es sie. Der tragbare Feuerlöscher in seiner heutigen sicherheits- und brandschutztechnischen Ausführung ist eine Entwicklung unseres Jahrhunderts. Bevor es jedoch zu den heutigen, technisch ausgereiften Geräten kam, waren die ersten Gedanken, die auch verwirklicht wurden, bereits am Anfang des 18. Jahrhunderts entstanden. Die bis zu dieser Zeit bekannten Möglichkeiten im Brandfall, waren auf Hilfe zu warten und somit ohnmächtig zuzusehen, wie aus zunächst harmlosen Entstehungsbränden, die rasch um sich griffen, oft genug verheerende Brandkatastrophen entstanden.
Somit war der Anfang der Entwicklung gegeben, deren Ziel es war, einen gerade entdeckten, erst im Entstehen begriffenen Brand mit einem handlichen und wirksamen Gerät blitzschnell löschen zu können und somit bereits im Keim zu ersticken. Denn seit jeher stand der Wunsch im Vordergrund, Menschenleben zu retten und Sachwerte zu erhalten. |
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| Die Zeit des Aberglaubens |  |
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| | Eine Betrachtung der Geschichte der Feuerlöscher wäre unvollständig, wenn man die Zeit des Aberglaubens im Mittelalter über das Wesen des Feuers und die Brandbekämpfung unberücksichtigt ließe. Auch einige tragbare sogenannte "Löschgeräte" des 18. und 19. Jahrhunderts müssen kurz erwähnt werden, um den Fortschritt, den die Entwicklung der Feuerlöscher zu Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts brachte, richtig einordnen zu können. Die Zeit des Aberglaubens Im Mittelalter herrschte der Aberglaube vor, der auf einer uralten mythologischen Vorstellung beruht, daß das Feuer etwas "von Gott Gewolltes" sei und man deshalb nicht in das "Strafgericht Gottes" eingreifen dürfe. Durch das Anbringen von Sprüchen an gewissen Stellen im Haus, die eingehauen, eingeschrieben, vermauert, vergraben oder auch nur ausgesprochen wurden, sollte das Schadenfeuer für immer von der Wohnstätte verbannt sein. Auch andere Mittel, die erst im Brandfall angewendet wurden, wie z. B. das Umreiten des Brandes unter Ausrufen von Drohsprüchen und das Hineinwerfen von besonders präparierten Bildern, Figuren, Wurzeln oder sogar Holztellern (!) in die Flammen sollten wirksame "Löschmittel" sein. |
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| 1500 - Stockspritze |  |
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| | Es handelt sich um eine Hand- oder Stockspritze (um 1500). Rotgießer (Bronze), später auch Gelbgießer (Messing) fertigten die Gußteile an, die dann von Rotschmieddrechsler auf der Drehbank bearbeitet wurden. Fanden Verwendung in Süddeutschland und in der Schweiz. Lieferungen erfolgten nachweislich nach Frankfurt (1439) und Bern (1521). (Danke für die Info an die Ortsfeuerwehr Mulsum) |
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| 1715 - Feuerlöschfäßchen |  |
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| | Die ersten aktenkundigen Versuche wurden durch den Augsburger Silberstecher Zacharias Greyl belegt, der 1715 ein Feuerlösch- Fässchen mit ca. 20 Litern Wasser füllte und im Inneren ein Blechgefäß mit zwei Pfund Schießpulver anbrachte. Mittels einer Zündschnur konnte es zur Explosion gebracht werden. Die Zündschnur wurde gezündet und das Gefäß anschließend ins Feuer geworfen. Noch Ende des 19. Jahrhunderts schlug Konrad Gautsch der Münchner Feuerwehr vor, die Entwicklung an diesem Fässchen fortzuführen. |
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| 1749 Große Wandlungen in der Brandbekämpfung |  |
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| |  Große Wandlungen in der Brandbekämpfung brachten aber erst die Reformen der Kaiserin Maria Theresia. Waren bisher die Bestimmungen (= Ordnungen) zur Feuerbekämpfung nur allgemein gehalten und für geschlossene Ortschaften bestimmt, so werden unter Maria Theresia 1749 gesetzliche Regelungen für die Brandbekämpfung geschaffen, die für alle Bewohner Geltung hatten. Unter anderem wird darin bestimmt, daß in jedem Hause Wasservorräte (Wasserbottiche) zu schaffen seien und in jedem Hause eine Handfeuerspritze und Wassereimer bereitstehen müssen. Wird jeder Burger das geringste Hauß (= kleinste Häuschen) gerechnet wenigst FeuerÄmper, einen Haken, eine Leiter, eine Waser Boding oder wenigst zweg zeimliche Vässer und eine Hand-Spritzen sich anzuschaffen haben." (Auszug aus der genannten Verordnung Kaiserin Maria Theresias.) |
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| 1743 Verordnung Herzog Ernst Augusr von Sachsen-Weimar |  |
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| | Ein besonders markantes Beispiel aus dieser Zeit ist die folgende, auszugsweise wiedergegebene Verordnung des Herzogs Ernst August von Sachsen-Weimar vom 24. 12. 1743, gegeben in der Residenzstadt Weimar. V e r o r d n u n g " Wir in Gnaden befehlen, daß in jeder Stadt und in jedem Dorf verschiedene hölzerne Teller, worauf schon gegessen und mit den Figur und Buchstaben, wie der beigesetzte Abriß besaget, des Freitags bei abnehmendem Monde zwischen 11 und 12 Uhr mit frischer Tinte und neuer Feder beschrieben vorräthig sein, sodann aber wann ein Feuerbrunst (wofür doch der große Gott hiesige Landen in Gnaden bewahren wollte) entstehen sollte, ein solcher ausbemalter massen beschriebener Teller mit jenen Worten im Namen Gottes ins Feuer geworfen, und wofern das Feuer dennoch weiter um sich greifen sollte, dreimal solches wiederholt werden soll, dadurch dann die Gluth ohnfehlbar gedämpft wird " |
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| 1828 - Anordnung zum Kauf einer Feuerlöschspritze |  |
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| | Schreiben der königlich sächsischen Regierung von 1828 an die Gerichte zu Knauthain bezüglich der Anordnung der Anschaffung einer Feuerlöschspritze in Rehbach.
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| 1846 - Feuerlöschdose |  |
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| | Pulvergemisch aus Salpeter, Schwefel und Kohle sollte nach Entzündung „erstickendes" Schwefeldioxid erzeugen |
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| 1851 - Vermutlich der erste selbsttätige Löscher |  |
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| | Dieser vermutlich erste selbsttätige Löscher um 1851 ist es wert, daß man ihn wegen seines einmalig komplizierten Aufbaues und seiner Historie ausführlicher beschreibt: "a ist eine geformte Masse, aus Holzkohlenpulver, Kokspulver, Kalisalpeter und Gips bestehend; dieselbe wird mittels des eisernen Stifts b entzündet, wenn man denselben mit einem Hammer hinabtreibt, wobei er ein Glaskügelchen mit Schwefelsäure zerbricht. Die Röhre d enthält unten eine Mischung von chlorsaurem Kali und Zucker. Nach dem die Masse entzündet ist, strömen die gasförmigen Produkte durch die Löcher im inneren Behälter ff in den Behälter gg und durch dessen Löcher in den Behälter hh. Da sich durch Erhitzung des Behälters h die Luft zwischen demselben und dem Behälter kk ausdehnt, so wird das Wasser in k in der Röhre m hinaufgetrieben, welche mit einem Griff von Holz umgeben ist; das Wasser fließt dann bei o in h, sodaß die gasförmigen Verbrennungsprodukte mit Wasserdampf gemischt durch die „Öffnung p aus dem Apparat ziehen müssen." |
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| 1870 - Feuerlöschgranate |  |
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| | Feuerlöschgranate, um 1870 aus Amerika und Frankreich, später Deutschland. Glasbehälter mit unterschiedlichsten, " geheimen" wässrigen Lösungen, die ins Feuer geworfen wurden, wobei der Glasbehälter zersprang |
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| 1870 - Erster Wasser-Dauerdrucklöscher |  |
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| | Bereits um 1870 wurde dieser Löscher durch SCHÄFER & BUDENBERG / Magdeburg weiterentwickelt. Ausstattung mit Manometer zur Dauerdruckkontrolle und Einfüllung von unten, um die Natronlösung auf die Weinsteinsäure besser einwirken zu lassen. Doch es dauerte nicht lange, und bereits 1872 ersetzte Zabel / Quedlinburg die Weinsteinsäure durch die billigere aber auch verätzungsgefährlichere Schwefelsäure. Im gleichen Jahr, im Dezember 1872, erhielt der Engländer W.B. Dick / Glasgow ein Patent auf einen Löscher, der erst im Bedarfsfall die Glasampulle zerbricht - erster Chemischer Aufladelöscher. |
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| 1882 - Die Kohlendioxid-Flasche |  |
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| | Bild: Kohlendioxid-Flasche HEUSER, Hannover, 1882 Bereits 1882 war das Problem der Lagerung von flüssigem Kohlendioxid in schmiedeeisernen Flaschen durch Dr. W. RAYDT gelöst und die Fabrikation übernahm die Fa. F. Heuser & Co., Hannover. Somit war auch die Herstellung von transportablen Kohlendioxid-Löschern möglich, denn die feuerlöschende Wirkung dieses Gases war hinreichend bekannt, auch die Vorzüge dieses Löschgases hinsichtlich Preis, Vermeidung von Wasserschäden und Löschwirkung bei Benzinbränden, die von den Wasserlöschern nicht beherrscht werden. 1939 gab es in Deutschland 12 Typen von C02-Löschern verschiedener Hersteller, Inhalt meist 6, aber auch 5 und 8 kg CO2. Darunter gab es schon Leichtstahl - Flaschen (WALTHER-POLAR). Das Äußere der C02-Löscher hat sich bis heute wenig geändert, dafür die Art der Ventile und die Form des „Schneerohres". |
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| 1884 Schwartz in Bocholt den "Patent- Handfeuerlöscher" |  |
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| | Zwischenzeitlich brachte 1884 Schwartz in Bocholt den " Patent- Handfeuerlöscher" in Form eines Wurfeimers mit flacher Schnauze auf den Markt, der auf Grund seiner spitz verlaufenden Schüttöffnung einen gezielten Strahl ermöglichen sollte. Wie aus der Abbildung zu entnehmen, besaß diese Konstruktion eine Ähnlichkeit einem heute noch bekannten Koks- oder Steinkohleschütteimer, der in einigen Gebieten noch heute Anwendung findet. |
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| 1900 - Wasserlöscher mit außenliegender Druckluftflasche |  |
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| |  Ferner interessant sind die bereits um 1900 erstmalig auf dem Markt erschienenen Wasserlöscher mit außenliegender Druckluftflasche mit Schraubventil (VENI VICI, Berlin) und die Wasserlöscher mit außenliegender Kohlendioxid - Druckgasflasche mit Schraubventil (FIX, Hamburg). Es dauerte aber noch über 50 Jahre, bis sich die Druckerzeugung unter Verwendung von Druckgasflaschen endgültig durchsetzte und die Druckerzeugung auf chemischen Wege ablöste. |
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| 1900 - Feuerlöschfackel, "Streubüchse" |  |
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| | aus Amerika " FIRICIDE", später Deutschland: BLITZ-, THEO FACKEL u. a. Blech- oder Papphülse mit trockenem Pulver - meist Natron mit Zusätzen -, das nach Öffnen des Deckels in die Flammen geschleudert wurde. |
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| Und wie ging es weiter? |  |
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| | Für die Freiwilligen Feuerwehren, Werkfeuerwehren und die "MINIMAX- Abteilungen", die als Löschtrupps auf Fahrrädern oder Motorrädern unterwegs waren, wurde ein Spezialgerät der sogenannte "MINIMAX F", konstruiert. Man konnte ihn mit Trageriemen auf dem Rücken schnallen. Das Gerät fasste 9 Liter Salzlösung und war mit einem Dreiwegehahn ausgerüstet. In den letzten Jahren und Jahrzehnten erfolgte die weitere Verbesserung der Wasserlöscher vor allem auf dem Gebiet des Korrosionsschutzes (Ablösung der Feuerverbleiung durch Einführung von Kunst- und Plaststoffen als Innen- und Außenkorrosionsschutz) und die Verbesserung der Armatur und des Gefrierschutzes bis - 30° C durch Zugabe sogen. Frostschutzsalze, z. B. Pottasche oder Gemische aus Magnesium- und Calciumchlorid. |
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| Was brachte die Jahrhundertwende |  |
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| | Erst mit der Jahrhundertwende unternahm die Firma Carré größte Anstrengungen, den deutschen Markt mit dem Verkauf ihres französischen Apparates, dem 4-Liter-Extincteur " Excelsior" zu erobern. Der Vertrieb in Deutschland wurde damals von den Halbbrüdern Wilhelm und Clemens Graaff übernommen, die in Berlin unter anderem ein Patentverwertungsbüro betrieben. Der Vertrieb beschränkte sich vorerst auf den Raum Norddeutschland. Wegen des öfter vorkommenden Zerberstens zeigte sich jedoch schon recht bald, dass die in das Gerät gesetzten Erwartungen, besonders in sicherheitstechnischer Hinsicht, nicht erfüllt wurden. |
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| 1902 ist mit der "Spitztüte", "Minimax" geboren? |  |
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| | Das bereits vorhandene Trockenlöschsystem war zu diesem Zeitpunkt immer noch in den Hintergrund geschoben worden, so dass bereits Ende 1902 durch die Brüder Wilhelm und Clemens Graaff und ihrem damaligen Konstrukteur Hans Mikorey die Entwicklung eines Wasserlöschers gelang, der unter dem Namen " Excelsior 1902" mit einem Löschmittelinhalt von 6 Litern dem Markt vorgestellt wurde.
Somit war die legendäre " Spitztüte" gleich " Minimax" geboren. Es war nicht nur gelungen den Siegeszug dieser Apparate in aller Welt bereits im Jahre 1903 zu beginnen, sondern auch einen Namen zu kreieren, der sich aus dem Gedanken " MINimum an Aufwand - MAximum an Leistung" zu einem der heute populärsten Namen in der Feuerlöscherbranche entwickelte. Nicht zuletzt durch die im Laufe der Jahre viel zitierten Sprüche wie z.B.: "Minimax ist großer Mist, wenn du nicht zuhause bist" oder: "hast du Minimax im Haus, geht dein Feuer niemals aus", hat sich dieser Feuerlöscher bis zum heutigen Tage in der ganzen Welt behauptet. Im Jahre 1904 erteilte das Kaiserliche Patentamt für den " Chemischen Handfeuerlöscher mit Griffhenkel an dem tragbaren Behälter" die Patentschrift Nr. 175260. |
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| 1904 - Schaumlöscher |  |
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| |  Das Prinzip der Schaumerzeugung auf chemischem Wege war einfach: durch Umdrehen des Behälters floß die in der Glasflasche befindliche Schwefelsäure in die Natronlösung, die damals zur Schaumbildung mit Süßholzwurzelextrakt versetzt war. Später wurden Eiweißlösungen verwendet - und die gebildete Kohlensäure füllte die Schaumbläschen zu einem noch sehr instabilen aber bereits Benzinbrände löschenden Schaum. |
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| 1912 - Der erste Pulverlöscher |  |
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| |  Seit seiner " Geburtsstunde" im Jahre 1912 hat der Pulverlöscher sehr viele Entwicklungsetappen durchlaufen müssen, bis er den heutigen hohen Entwicklungsstand erreicht hat. Der erste Pulverlöscher TOTAL (1912) Bild links Patent-Nr. 277836 v. z. B. 1912 " Druckgasfeuerlöscher mit einem als Druckmittel dienenden Löschgas" Die spätere Firma TOTAL, die 1912 unter dem Namen "Internationale Feuerlöschgesellschaft mbH" in Berlin gegründet wurde, brachte zu diesem Zeitpunkt ihren Schnell- Trocken- Feuerlöscher TOTAL mit außenliegender Treibgasflasche und BC-Pulver-Füllung auf den Markt. Brände der Brandklassen B und C, die bisher vom Markt noch nicht abgedeckt waren, aber auf Grund der Entwicklung immer mehr an Bedeutung gewannen, konnten somit ebenfalls erfolgreich bekämpft werden. Schon im gleichen Jahre erteilte das Kaiserliche Patentamt dem jungen Unternehmen das Patent Nr. 277836, so dass sich das in Vergessenheit geratene trockenlöschverfahren mittels Löschpulver nun auch in Deutschland durchsetzte. |
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| 1914 - Tetralöscher mit Druckluftpolster? |  |
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| |  Aus einem Prüfungsprotokoll des Preußischen Feuerwehr-Beirats vom 14. März 1914 geht hervor, daß damals ein 2 l - und ein 6 I -Tetralöscher (Löschmittel: Tetrachlorkohlenstoff, CCI4) der Fa. MINIMAX erfolgreich geprüft wurden. Die Druckerzeugung erfolgte noch mit Säureglastube und Natron! Für das Ablöschen von Benzinbränden - eine Forderung, die durch die aufkommende Motorisierung immer lauter wurde - war das damals der günstigste Löscher. Sehr erstaunlich ist die hohe Zahl der Zulassungen dieser Löscher, z. B. von 1914 - 1938 44 Neuanmeldungen vieler deutscher Firmen; davon 2 Beispiele: |
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| 1930 - Tetrachlorkohlenstoff |  |
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| | Feuerlöscher aus den 1930er-Jahren mit Tetrachlorkohlenstoff als Löschmittel. Handpumpen-Prinzip.
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| 1934 - Luftschaumlöscher |  |
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| | In Deutschland brachte im Jahre 1934 die CONCORDIA-Elektr. AG, Dortmund den ersten Luftschaumlöscher auf den Markt ( 0,8 l Druckluft, 150 at ). |
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| 1950 - Pulverlöscher und eine alte Rechnung |  |
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| | Links ein Pulverlöscher mit außenliegender Treibmittel-Flasche, Hochdruckschlauch und abstellbarer Löschpistole.
Rechts eine Rechnung aus dem Jahre 1932 über 1 Stück Minimax- Apparat mit Füllung und Aufhängevorrichtung Typ XT2 zum Preis von 42,-- Reichs-Mark Im Jahre 1955 gelang auch die Herstellung von Löschpulvern, die zusätzlich zur Brandklasse 8 (brennbare Flüssigkeiten) nun auch die Brandklasse A (brennbare feste, glutbildende Stoffe) wirksam löschten. Diese Glutbrandlöscher bilden heute den höchsten Anteil unter den Pulverlöschern (wichtigstes Löschpulversalz: Ammonphosphat). Trotz der Nachteile einer eventuellen Pulververschmutzung hat sich bei den Handfeuerlöschern der Pulverlöscher in allen europäischen Industrieländern durchgesetzt und stellt z. Z den Hauptanteil in der Angebotspalette der Feuerlöscher |
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| Und wann wurde GLORIA gegründet? |  |
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| | Bis auf wenige Firmen, wie CEAG und RADIKAL, die von der Firma MINIMAX übernommen wurden, sind heute auch nach Wiedervereinigung Deutschlands alle anderen Hersteller noch aktiv. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die GLORIA gegründet die seit Jahren, gemessen an der Produktionskapazität, der Marktführer in Deutschland ist. Vergleichbar war hier nur die in der ehemaligen DDR tätige " Feuerlöschgeräte Neuruppin", die vor der Wende ca. 1 Million Feuerlöscher pro Jahr produzierte. Es kamen dann Ende der siebziger Jahre, bedingt durch die Entdeckung zusätzlicher Löschmittel, wie HaIon, noch weitere Hersteller hinzu. Bei diesen Firmen wie DÖKA, TAIFUN und JOCKEL handelt es sich um relativ kleine Hersteller, die auch nicht mit den Anderen zu vergleichen sind, da Sie lediglich Montierbetriebe sind, die selbst weder Behälter noch Löschmittel oder andere Bauteile herstellen. |
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| 1959 seit wann gibt es die Brandklasse A |  |
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| | Anfang der fünfziger Jahre hielt man die Möglichkeit ein Löschpulver auch für die Brandklasse A zu entwickeln für Utopie, jedoch gelang es der Firma MINIMAX 1959 ein Löschpulver zu entwickeln, das für die Brandklassen A, B und C endlich ein universelles Löschmittel darstellte. Unter dem Namen MULTI-TROXIN wird es heute noch hergestellt. Bald darauf folgten weitere Zulassungen von anderen Herstellern, die überwiegend bis heute mit sämtlichen erforderlichen Pulverlöschsorten am Markt vertreten sind. Durch die technische Weiterentwicklung der tragbaren Feuerlöschgeräte, die mittlerweile auch in Deutschland nicht mehr wegzudenken war, wurden auch die verschiedensten Löschmittel entwickelt, wie z.b. Tetra. Als sich jedoch später herausstellte, dass die verwendeten Substanzen, nämlich Tetrachlormethan und Bromchlormethan als toxikologisch bedenklich einzustufen sind, wurden Feuerlöscher ab 1964 bzw. 1975 nicht mehr damit befüllt. |
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| 1959 - 2009 - GLORIA Pulver- Feuerlöscher |  |
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| |  Die beiden GLORIA-Pulverlöscher sind mit einer Einschlagarmatur, Hochdruckschlauch und abstellbarer Löschpistole ausgestattet. Der linke ist ein BCE-Pulverlöscher Baujahr 1959 Behälter-Nr. 1156 - Zul-Kz.: P1 und der rechte ein ABC-Pulverlöscher Baujahr 2008 Das Prinzip des Ausspritzens des Pulvers mittels C02-Druckpatrone wird auch heute noch - 85 Jahre nach der ersten Patentanmeldung - angewandt. Die Druckgasflaschen können inzwischen auch im Löscher gelagert sein (Auflade-Pulverlöscher) oder durch permanenten Druck ersetzt sein (Dauerdruck-Pulverlöscher). Die gegenwärtig auf dem Markt befindlichen Pulverlöscher unterscheiden sich vor allem in der Armatur, Bedienbarkeit und Behältergröße von 1 - 12 kg Inhalt. |
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| Kann man heute auf Feuerlöscher verzichten? |  |
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| | Durch das zunehmend umweltbewusstere Denken zeichnet sich die Tendenz ab, dass Wasserlöscher und Schaumlöscher, die in den letzten Jahrzehnten gänzlich vom Markt verschwunden waren, wieder an Bedeutung gewinnen. Obwohl sich die Entwicklung des heutigen tragbaren Feuerlöschgerätes über Jahrzehnte hinzog, ist es heute aus bestimmten Gefährdungsbereichen nicht mehr wegzudenken.
Man hat während dieser Zeit gelernt, dass das Löschen eines Entstehungsbrandes durch überall bereitgestellte Feuerlöscheinrichtungen, die durch Laien bedienbar sind, die größte Abwendungsmöglichkeit Großbrände zu verhindern ist. Daher ist seit vielen Jahren durch die Arbeitsstättenverordnung die Bereitstellung von tragbaren Feuerlöschgeräten, bei Lagerung von Heizöl oder b Gasheizungen bis in den privaten Einfamilienhausbereich (je nach Bundesland v erschieden) gesetzlich geregelt Diese Gesetzgebungen werden je nach Notwendigkeit immer den neuen Erfordernissen angepasst, so dass in Kürze die 1993 in Kraft tretende Binnenmarktöffnung im gesamten EG-Bereich wieder einmal mit Änderungen zu rechnen ist. |
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