Themenbereich U - V

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Umlarven: Zur Zucht von Bienenköniginnen setzt der Imker junge Larven aus den Brutlarven um in künstliche Weiselzellen oder Weiselnäpfchen. Die Ammenbienen ernähren die Larven daraufhin wie die Königinnen. Da das Erbgut der Larven identisch ist, entscheidet allein ihre Lage in Brut- oder Weiselzelle darüber, wie sie von den Arbeiterinnen aufgezogen wird. Auf diese Weise lassen sich beliebig viele Königinnen heranziehen.

 

Umweiseln: Tauscht der Imker die Königin aus, so nennt man das Umweiseln. Wird dieser Austausch vom Bienenvolk selbst vorgenommen, spricht man von einer stillen Umweiselung.

 

Umzug eines Bienenstockes: Es existiert eine einfache Regel für den Umzug eines Bienenstockes:

    "Sie sollten den Bienenstock weniger als 5 Meter oder aber mehr als 5 Kilometer bewegen."

Der Grund dafür ist gleichfalls einfach: Bienen lernen Ihre neue Umgebung sehr genau kennen. Bewegen Sie den Bienenstock mehr als 5 Meter, werden die Bienen zu ihrem alten Platz zurück fliegen, den Bienenstock dort aber nicht mehr vorfinden und schließlich sterben.

Bewegen Sie den Bienenstock jedoch mehr als 5 Kilometer werden die Bienen, die Umgebung nicht mehr als die gewohnte wahrnehmen. Sie werden sich an den neuen Ort gewöhnen, es besteht nur eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass die Bienen zur alten Position des Bienenstockes zurückkehren werden.

So wird der Bienenstock bewegt:
Die beste Zeit für den Umzug eines Bienenstockes ist der Winter, weil die Bienen dann nicht ausfliegen. Allerdings können Sie, falls notwendig den Bienenstock auch während der Flugsaison bewegen. Hier einige Regeln für den Umzug:

  1. Warten Sie bis zur Abenddämmerung, wenn alle Bienen der Kolonie im Bienenstock zurück sind.
  2. Blockieren Sie den Eingang mit dem Eingangsblocker.
  3. Gehen Sie sicher, dass der Deckel und die Abdeckungen gesichert sind.
  4. Bewegen Sie den Bienenstock zur neuen Position – weniger als 5 Meter oder mehr als 5 Kilometer.
  5. Sobald der Bienenstock sich an der neuen Stelle befindet, warten Sie 15 Minuten, damit die Bienen sich beruhigen können und öffnen dann den Eingang.
  6. Stopfen Sie etwas Gras in den Eingang, um das Ausfliegen der Bienen etwas zu verlangsamen. Das wird ihnen dabei helfen, zu bemerken, dass die Position sich geändert hat. Das Gras verwelkt mit der Zeit und wird vom Eingang herunterfallen.

 

Varroa-Milbe: stammt aus Asien. 1977 wurde sie nach Europa eingeschleppt. Die von der Varroa-Milbe verursachte Krankheit, die Varroose, zählt zu den typischen Brutkrankheiten bei Bienen. Die Milbe saugt dabei die Körperflüssigkeit aus der Biene heraus und nimmt ihr damit wichtige Nährstoffe. Die Folge: eine hohe Anzahl verkrüppelter Bienen und toter Larven. Die Varroatose ist eine parasitäre Erkrankung des Bienenvolkes. Erwachsene Bienen und Brut werden gleichzeitig befallen. Die Krankheit wird durch die Außenmilbe Varroa destructor hervorgerufen, die als Parasit der Indischen Biene „Apis cerana“ im Jahre 1904 entdeckt wurde. Sie wurde durch das Bieneninstitut Oberursel nach Deutschland eingeschleppt. 1977/78 waren schon hunderte Bienenvölker im Umkreis des Institutes im Taunuskreis infiziert.

Das Milbenweibchen ist 1,2 mm lang und 1,6 mm breit und hat einen nach außen gewölbten Körper. Die Farbe bei jungen Milben ist hellbraun und wird später dunkler. Die Körperoberfläche der Milbe ist mit einer großen Anzahl Borsten und feinen Härchen besetzt. Die vier Beinpaare sind kurz und kräftig und am Ende mit Saugnäpfen versehen. So können sie sich fest am Bienenkörper anheften. Die Milben halten sich meist an der Bauchseite des Hinterleibes auf den Bienen auf. Die vorderen Laufbeine tragen Geruchsorgane und Tasthaare. Mit den stechenden und saugenden Mundwerkzeugen werden die dünnwandigen Körperteile der Biene und Maden durchschnitten, um Blutflüssigkeit (Hämolymphe) aufzunehmen. Das Varroa-Männchen ist wesentlich kleiner als das Weibchen. Es ist 0,85 mm lang und 0,8 mm breit. Sein Körper ist rund und von gelblicher bis grauer Farbe. Die Männchen nehmen keine Nahrung auf, ihre Mundwerkzeuge sind nur zum Transport der Spermien umgebildet. Die Varroa-Männchen sind nicht auf den Bienen zu finden, sie leben nur kurze Zeit in den befallenen Brutzellen! 

Kurz vor dem Verdeckeln der Bienenbrut (Madenalter 5 ½ Tagen) dringt das erwachsene Milbenweibchen in die Zelle ein, bevorzugt wird Drohnenbrut. Die Milbe schlüpft unter die Bienenmaden und setzt sich im Futtersaft fest. Es wird vermutet, dass es eine Schutzreaktion der Milbe vor den brutpflegenden Bienen ist. Sie begibt sich in eine Ruhephase, die mit dem Verdeckeln der Zelle endet. Nachdem die Bienen die Zelle verdeckelt haben und die Made sich beginnt einzuspinnen, begibt sich die Milbe zwischen Kokon und Zellwand. Erst jetzt sticht die Milbe die Spinnmade an, um Nahrung aufzunehmen. Durch die Aufnahme von Blut (Hämolymphe) wird die Eierstocktätigkeit angeregt. Auf diese Weise synchronisiert die Milbe ihre Vermehrung mit der Entwicklung der Biene. Etwa 70 Stunden nach der Verdeckeklung legt die Milbe ihr erstes Ei ab. Das erste Ei ist immer männlich, da die Entwicklung bis zur Geschlechtsreife länger dauert als bei den weiblichen Milben. Danach folgen im Abstand von jeweils 30 Stunden 4 -5 weibliche Eier. Nach dem Schlüpfen durchlaufen sie Nymphenstadien und nehmen dabei wiederholt Hämolymphe von der sich in der Brutzelle entwickelnden Bienenpuppe auf. Die Paarung der Milben findet in der verschlossenen Brutzelle statt. Nach der Begattung stirbt die männliche Varroamilbe. Mit der schlüpfenden Jungbiene verlassen die Muttermilbe und die bereits begatteten Tochtermilben die Brutzelle. Männchen können außerhalb der Brutzelle nicht überleben!

 

Wie lebt die Cerana (asiatische Biene) mit der Varroamilbe zusammen?

Die Milbe vermehrt sich nur in der Drohnenbrut. Bei der Brutpflege durchsuchen die Ammenbienen die Zellen. Wird eine Milbe gefunden dann wird sie zerbissen. Die Drohnenzelle wird mit Wachs verdeckelt und hat im Zentrum ein kleines Loch. Wenn die Made zu stark befallen ist schließen die Bienen das Loch, so dass Larve und Milben absterben. Bemerkt eine Biene eine Milbe auf ihre Körper, ruft sie andere Bienen. Diese tasten mit ihren Fühlern den Leib ab bis die Milbe gefunden ist und zerbeißen sie. Ist die Varroabelastung zu groß verlässt das Volk die Beute.

 

Varroose: Ist ein Bienenvolk von der Varroa-Milbe befallen, spricht man von der Varroose. Der Imker bekämpft sie, indem er die Drohnen aus dem Bienenvolk entfernt. Ihre Brut ist besonders stark von der Varroa-Milbe befallen. Zur Bekämpfung der Varroose ist seit einigen Jahren aber auch die Verwendung von Ameisensäure zugelassen. Die Behandlung mit Ameisensäure sollte allerdings erst nach der letzten Honigernte erfolgen. Dann bedampft man den Bienenstock im Abstand von etwa einer Woche zwei Mal mit der Säure, die die Milben abtötet.

Bekämpfung: Behandlung gegen Varroatose

Kontrolle durchführen:

Varroaschieber oder Windel unter das Volk, abgefallene Milben auszählen.

Bis Mitte Juli: Weniger als 5 Milben pro Tag; keine unmittelbare Gefahr für die Völker. Bei 10 und mehr Milben pro Tag; Volk sollte bald behandelt werden. Mehr als 30 Milben pro Tag; das Volk ist nicht mehr zu retten.

Oktober / November: Mehr als 1 Milbe pro Tag; Nachbehandlung im Winter bei brutfreien Zustand der Völker.

Qxalsäure (Kleesäure) ist eine der verbreitesten Pflanzensäuren. Sie ist eine wasserlösliche organische Carbonsäure. Die bekanntesten Oxalsäureträger sind Rhabarber, Spinat, Rote Rüben und Sellerie. Aber auch in Mangold, Sauerklee, Sauerampfer, Grünkohl, Porree, in vielen Wurzeln und Pflanzenrinden, Schokolade und Kakaobohnen ist Oxalsäure vorhanden.

Anwendung Pro Volk werden je nach Volksstärke 30 bis 50 ml einer 3.5% Oxalsäuredihydrat (Oxalsäurelösung aus Wasser, Zucker und Oxalsäure) mit Hilfe eines Dosiergerätes (z. B. Spritze) in die bienenbesetzten Wabengassen geträufelt. Die Dosierung liegt bei 2 ml pro Wabengasse, dies entspricht

- 30 ml für ein kleines Volk (weniger als eine Zarge)
- 50 ml für ein starkes Volk (mehr als eine Zarge).
Die Behandlung mit Oxalsäure erfolgt einmalig im Spätherbst. Die Außentemperatur sollte beim Träufeln unter 0°C betragen, die Bienen sitzen eng in der Winter-Traube. Es darf keine Brut vorhanden sein.

Warnhinweise Beim Arbeiten mit Oxalsäure säurefeste Handschuhe und Schutzbrille tragen.

 

Ameisensäure (Methansäure) ist eine farblose, klare Flüssigkeit mit stechendem Geruch. Aufgrund ihrer starken Polarität lässt sich die Säure gut in Wasser lösen. Sie ist eine starke Carbonsäure und kann unedle Metalle wie Eisen, Zink und Magnesium lösen, dabei bildet sich Wasserstoff und die entsprechenden Salze, die Formiate.Bei hohen Temperaturen zerfällt sie in Gegenwart eines Katalysators zu Kohlenstoffdioxid und Wasserstoff. Ameisensäure ist in vielen tierischen und pflanzlichen Organismen als Giftsekret enthalten (Natriumformiate bei Brennnesseln und Ameisensäure bei Ameisen)

Anwendung Kurzzeitbehandlungen mit dem Schwammtuch

Nach der letzten Schleuderung, bei Außentemperaturen über 12 °C. abends anwenden. (bei Regen, hoher Luftfeuchte nicht behandeln) Behandlung von Oben. Folienstück auf die Rähmchenoberträger legen (damit die AS nicht durchtropft, und das Tuch nicht festgebaut wird), darauf das Schwammtuch legen. Ameisensäure (60%ige) mit Spritze aufbringen. Dosierung: 2 ml Ameisensäure pro bienenbesetzte Wabe, 1 mal vor Auffütterung, 2 mal nach Auffütterung, Abstand zwischen den Behandlungen 5 Tage, Schwammtuch muss trocken sein.

Bei starkem Befall (Milbenkontrolle) sollte eine Behandlung Ende Sep./Anfang Oktober durchgeführt werden. (Segeberger Betriebsweise) Ameisensäure ist ätzend! Bei der Vorbereitung und der Behandlung säurefeste Handschuhe, Schutzbrille, und Atemschutzmaske tragen! Säurespritzer sofort mit Wasser ab- und auswaschen. Behältnisse beschriften.

 

Ventiltrichter: Der Ventiltrichter ist Teil der Honigblase. Er gibt gefilterte Flüssigkeit an den Mittel-darm weiter, wo die Verdauung stattfindet. Der Ventiltrichter stellt aber auch die flüssigen Portionen bereit, die die Bienen im sozialen Futteraustausch miteinander austauschen.

 

Verdauungstrakt: Der Verdauungstrakt der Honigbiene besteht aus Vorderdarm, Mitteldarm und Enddarm. Hier wird die aufgenommene Nahrung zuerst aufgeschlossen, also für den Körper zugänglich gemacht, und dann absorbiert. Die Honigblase spielt dabei eine besondere Rolle. Sie ist beim Vorderdarm angesiedelt. In ihr transportiert die Biene Flüssigkeiten wie Wasser, Nektar oder Honigtau. Ein Druck auf die Honigblase ermöglicht die Weitergabe des Inhalts an andere Bienen.

 

Verhalten: Zum typischen Verhalten eines Bienenvolks zählt der soziale Futteraustausch (siehe auch „sozialer Futteraustausch“ und „Trophallaxis“), aber auch der Austausch von Pheromonen. Durch Pheromone markieren die Bienen unerwünschte Angreifer, aber auch die Tracht und den Stock. Alarmpheromone werden im Verteidigungsfall abgegeben und führen zu einer erhöhten Angriffslust unter den Bienen.

 

Vermehrung: Wenn die Größe des Volkes ihren Höhepunkt erreicht und Massentrachten für ausreichend Nahrung sorgen, ist die Zeit zur Vermehrung gekommen. In den Monaten Mai und Juni oder Juli wachsen die neuen Königinnen heran. Die alten Königinnen verlassen mit ihrem Schwarm den Stock. Das Bienenvolk teilt sich und vermehrt sich.

 

Verstärken: Bienenvölker werden durch Zugabe von Bienenmaterial verstärkt. Weiterhin kann hierdurch die Alterszusammensetzung im Bienenstock beeinflusst werden. Eine Verstärkung wird erreicht: durch Verstellen (Flugbienen), durch Abkehren (Stockbienen), durch Umhängen (Brutwaben mit oder ohne ansitzende Bienen)

 

Vereinigen: Werden zwei vollständige Völker zusammen gebracht, spricht man von einer Vereinigung. Häufig werden Ableger zur Vereinigung genutzt. Herzu wird eine Königin als vorbereitende Maßnahme entfernt.

 

Vitamine: Im Honig sind wenige Vitamine enthalten. Lediglich Vitamin B1, B2, B6, C und K lassen sich hier nachweisen. Darüber hinaus enthält Honig auch Niacin und Pantothensäure, ein Vitamin aus dem B-Komplex, das für den Stoffwechsel wichtig ist.

 

Viren: kleine, krankheitsverursachende Partikel. Im Wesentlichen bestehen sie aus einer Erbinformation (DNA oder RNA) und einer Verpackung aus Proteinen. Die Verpackung schützt die Erbinformation und ermöglicht Wirtszellen zu erkennen, anzudocken und sich mit der Wirtszelle zu verschmelzen (Infektion), damit die Erbinformation ins Innere gelangt. In den Wirtszellen werden dann viele neue Viren produziert. Ohne eine Wirtszelle haben die Viren keine Möglichkeit ihre lebenswichtigen Funktionen durchzuführen oder sich zu reproduzieren, sie sind Parasiten der lebenden Organismen.

 

Völkerführung: Der Imker muss sein Bienenvolk nicht nur regelmäßig beobachten und kontrollieren, sondern auch seine Größe durch die Bildung von Ablegern und Kunstschwärmen Gegebenenfalls verringern und den Stock im Spätsommer winterfest machen. Der Schutz des Bienenstocks vor Beute gehört ebenfalls zu den wichtigen Aufgaben eines Imkers.

 

Volkskontrolle: Der Bienenhalter hat zahlreiche Möglichkeiten auf seinen Bienenbestand Einfluss zu nehmen. In der Regel wird dem Eingriff eine Volkskontrolle vorangestellt und dann entsprechende Maßnahmen eigeleitet.

 

Vorgabe eine Wabenansatzes: Die Bienen erhalten lediglich einen Ansatzpunkt für den Waben Bau, der die horizontale Richtung des Wabenwerks beeinflusst. Anwendung findet dies in Kombination mit einer Mittelwand- oder Wabengabe bei der biotechnischen Varroabekämpfung mit sogenannten Drohnenrähmchen.

 

Volk: Ein Honigbienenvolk besteht in der Regel aus bis zu 40.000 Bienen, darunter fast ausschließlich weibliche Bienen. Lediglich in den Sommermonaten werden Drohnen herangezogen. Das Bienenvolk oder Bien bildet eine Einheit. Manche vergleichen es mit einem lebenden Organismus. Jedes Rädchen greift ins andere. Die Arbeitsteilung unter den Bienen sorgt dafür, dass alle Aufgaben ausgeführt werden: so zum Beispiel die Pflege der Brut, das Sammeln von Nahrung, die Weiterverarbeitung zu Honig und die Anlage von Nahrungsvorräten. Wichtigstes Instrument dafür ist eine funktionierende Kommunikation.

 

Volksstärke:  Als einzige europäische Bienenart überwintert die Honigbiene als Volk. Die Völker aller anderen Bienen und Wespen brechen im Herbst zusammen. Bei diesen Arten überwintern ausschließlich die jungen Königinnen. Die einzigen Insekten außer den Honigbienen, die in unseren Breiten als Staat überwintern, sind die Ameisen. Die Überwinterung als Volk gibt den Honigbienen im Frühjahr einen großen Entwicklungsvorsprung gegenüber der Konkurrenz an den Blüten. Sobald die ersten warmen Tage kommen, kann die Honigbiene in Volksstärke mit dem Eintragen von Nektar und Pollen beginnen. Hat ein Volk mit circa 6.000 bis 10.000 Arbeiterinnen überwintert, so wird etwa die Hälfte als Sammelbiene ausfliegen.

Im Laufe des Frühjahrs und Frühsommers wächst das Volk der Honigbiene sehr schnell auf etwa 45.000 mit unter bis 60.000 Tiere. Das bedeutet, dass an guten Trachttagen ein Volk circa 30.000 Flugbienen aussenden kann, um Nektar und Pollen einzutragen. Schätzungen sind schwierig, aber einmal angenommen: Eine Sammelbiene fliegt 10 mal am Tag aus und besucht bei jedem Flug etwa 100 Blüten. Dann bestäubt eine Biene 1.000 Blüten pro Tag. Ein Volk erbringt demnach eine Bestäubungsleistung von 30 Millionen Blüten an einem idealen Trachttag 


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